IpmK #9 - Ein Flugticket nach Australien

G'day, mates!

Es ist Freitag, Wochenende ist greifbar nah (wie sagt man: TGIF - Thank God it's Friday!) und ich packe meine Koffer (heute mehrere), denn ich möchte mit euch nach Australien reisen. Am liebsten würde ich das sofort und auf der Stelle auch in der Wirklichkeit tun, wenn ich ein Flugticket hätte. Habe ich aber leider, leider nicht, daher packe ich einen virtuellen ein und nehme euch auf eine Reise nach Down Under mit. Denn da war ich schon mal - ich fand das Land faszinierend und schön, wenn ich die Wahl hätte würde ich am liebsten dahin ziehen (siehe auch Fakt 3 hier).

Von Frankfurt aus sind wir mit Cathay Pacific (super Airline) zuerst nach Hong Kong (Tag Pause und Sightseeing dort) und dann weiter nach Sydney geflogen. 12 Stunden plus 12 Stunden also. Ist weit, aber man hält durch.

In Sydney haben wir uns vorgenommen, normal spät ins Bett zu gehen, damit wir uns schnell anpassen können. Ging einigermaßen, am ersten Nachmittag sind wir aber im Bus fast eingeschlafen. Egal. Kleine Stadtrundfahrt, inklusive Opernhaus. Das kennt ja jeder, daher hier die etwas anderen Bilder:

Am zweiten Tag waren wir etwas fitter und sind mehr rumgelaufen - in den Parks, im Botanischen Garten, wir haben auch eine Hafenrundfahrt gemacht. Das Aquarium ist auch sehenswert. Alles wunderschön!

Was uns an Sydney am meisten beeindruckt hat war aber weder die Oper, noch der Hafen, noch die Harbour Bridge (auf der wir nicht geklettert sind), sondern die Menschen. Sie haben eine beneidenswerte Lockerheit und Coolness (wie ich in dem erwähnten Artikel schon schrieb) und das sogar nach Feierabend, wenn man eigentlich meistens müde und kaputt und ggf. genervt oder frustriert ist. Kein Wunder, wenn sie in einer der schönsten Städte leben! 





Am dritten Tag nahmen wir unseren Britz Camper in Empfang und machten uns auf dem Weg nach Süden. Erste größere Station: die Hauptstadt Canberra. Eine Planstadt, von denen wir u.a. das Parliament House gesehen haben. Wir hatten das Gefühl, uns da leicht verfahren zu können (und diese Meinung haben wir genauso im Buch "Frühstück mit Kängurus" von Bill Bryson wiedergefunden - tolles und lustiges Buch übrigens!).

Auf dem Weg nach Canberra (oder auch danach weiter Süden, weiß nicht mehr so genau) fanden wir quasi am Straßenrand einige interessante Sachen: jede Menge Reifendeckel, jede Menge Wegweiser und jede Menge originelle Briefkästen (dafür aber kein Haus in Sicht):
Die Koalas haben wir in einem speziellen Reservat bewundert, die Kängurus bevölkerten u.a. einen Golfplatz (hier im Bild) und ließen sich überhaupt nicht von den fliegenden Bällen stören. Ganz locker - nicht nur die Menschen also, sondern auch die Kängurus. Die Koalas sowieso.
Weiter ging's dann auf der Great Ocean Road (Melbourne nicht gesehen), zur (Fahr-)Freude meines Mannes und nicht meiner (ich mag einfach keine Serpentinen). Die Aussicht kompensiert aber die Fahrtstrapazen. Man muss allerdings ein tolles Licht erwischen und das taten wir nur bedingt, weil wir noch zu früh am Nachmittag an den Twelve Apostles ankamen. Daher ein Bild von später an dem Tag, als wir besseres Licht hatten.







Bis Adelaide sind wir dann gefahren, haben einen schönen Tag dort verbracht (nette Stadt) und sind dann ins Landesinnere nach Alice Springs geflogen. Dazwischen liegen 1500 Km, die wir nicht fahren wollten ...

Alice Springs ist die einzige größere Stadt im Zentrum Australiens und Startpunkt für die Reisen ins Outback. Wir haben uns dort einige Kunstgalerien angeschaut die wunderschönen Gemälde der Aboriginal-Künstler im Dreamtime-Stil bewundert.

Neuen Camper bekommen und dann ging's gemütlich Richtung Süden. In Erldunda haben wir Mittagspause gemacht, uns mit dem Australier Hans - der im "Roadhouse" arbeitete und eine deutsche Mutter hatte - unterhalten und einen leckeren "Hamburger with the lot" (also "mit allem") gegessen. Das ist typisch für Australien und enthält neben den üblichen Sachen (Burger, Käse, Salat, Tomaten, Zwiebeln) auch Bacon, ein Spiegelei und gekochte rote Beete. Lecker! Dazu gab's ein Gehege für Kängurus und Emus (dieser hier hat mich ständig verfolgt) und jede Menge schönen Galahs (Rosa Kakadus):
Als Nächstes war Kings Canyon bei uns auf dem Programm. Die Straße wurde immer leerer, vielleicht ein Auto alle 30 Minuten oder noch seltener. Es wurde uns dringend empfohlen, nur bei Tageslicht zu fahren. Und nicht ohne Grund. Es wurde aber doch sehr dunkel, wir waren noch nicht am Ziel und sahen auf einmal Beine im Scheinwerferlicht. Vier lange Beine. Nach dem ersten Schock und der Bremse haben wir auch den Rest des Tiers gesehen: es war ein Kamel! Ja, richtig gelesen! (Die Kamele wurden früher zur Erkundung des Landesinneren eingeführt und später dann in Freiheit gelassen, als die Eisenbahn und die LKWs die Transporte übernahmen. Mittlerweile dürften es mehr als 1 Million wilde Dromedare geben.) Das Tier stand vor uns und wollte nicht weg. Es müssten mehr als zehn Minuten vergangen sein, bis wir an dem vorbei kamen. Wir machten das Motor aus. Und wieder an. Versuche scheiterten, mal links, mal rechts vorbei zu fahren. Das Tier ging immer mit. Licht aus half auch nicht. Wieso ich keine Fotos gemacht habe, ist mir ein Rätsel. Etwas gefilmt haben wir, das dürfte alles in der Aufregung sehr verwackelt sein... Das Schild hier ist also begründet und sollte beachtet werden:
Kings Canyon - am nächsten Tag - ist wunderschön aber die Wanderung dadurch sehr anstrengend. Vor allem bei der Hitze, wir haben jeder ca. 6 Liter Wasser mit uns geschleppt. Wasser gab's dann auch in einem kleinen See, schöne Vögel auch:
Die nächsten 3 Tagen waren wir im Uluru - Kata Tjuta Nationalpark (Teil der UNESCO Weltkulturerbe). Schon auf dem Weg dahin waren wir von der Intensität der roten Erdfarbe fasziniert (nein, da ist kein Filter):
Und da ist er, der Ayers Rock oder Uluru. Jeden Abend standen wir da mit vielen anderen und warteten darauf, dass die Sonne untergeht und dass der Berg (oder seine Farbe) buchstäblich anfängt zu glühen. Es war einfach nur faszinierend (und dabei haben wir angeblich keine besonders "guten" Tagen erwischt, an manchen Tagen soll er noch doller glühen).
Darauf waren wir dann auch. Mein Mann hatte mir aber nicht gesagt, dass der Aufstieg deutlich länger als nur die von unten sichtbare Strecke mit der Kette ist. Erst dann geht's nämlich richtig los (ok, nicht so steil, aber doch lang und anstrengend). Ich war am Ende meiner Kräfte, konnte mich aber auf die guten Wanderschuhe verlassen. Ich kann mir den Wahnsinn mancher Leute nicht erklären, die dann ihre zum Teil richtig kleinen Kinder da mitnehmen. Nach unten war es noch schwerer. Ich habe mich zwischendurch geweigert, weiter zu gehen (einige gehen da ganz langsam Stück für Stück auf dem Hintern nach unten). Wahrscheinlich würde ich heute noch da sitzen, aber ich musste mich wieder auf die Kette, auf meinen Schuhen und natürlich auf der helfenden Hand meines Mannes verlassen. Das war's. Eine Bergsteigerin werde ich wohl nie.
Und weil es so schön aussieht, noch einmal aus dem Hubschrauber (wir haben uns einen Rundflug gegönnt):
Wir haben auch die Olgas gesehen (die Kata Tjutas - "viele Köpfe"). Die Wanderung dort war auch sehr anstrengend, es war sehr heiß (und es gab viele lästige Fliegen). Das Erstaunliche ist, dass sich die Olgas, der Uluru und der Mount Conner (ein Tafelberg) auf einer perfekten Linie befinden, mitten im sonstigen Nichts. Schaut mal auf einer Karte. Warum das so ist, ist mir ein Rätsel, aber ist schon merkwürdig.

An den Olgas ist mir die Komposition der Felsen aufgefallen. Sie sahen zum Teil so aus, als klebten Hunderte von verschiedenen Steinen zusammen (so ein bisschen wie die Haselnüsse in der quadratischen und praktischen Vollnussschokolade). Und dieser nicht ganz kleine Kerl (ein Perentie oder Riesenwaran) ist uns begegnet. Ein Foto und nichts wie weg.
Später sind wir weiter auf der Highway die fast 1500 Km von Alice Springs nach Darwin gefahren (früher war da ein Schild, erzählte mein Mann, auf dem etwas in der Richtung "letzte Tankstelle für die nächsten 500 Km" stand. Jetzt war das zum Glück nicht mehr so). Vorbei an Devils Marbles (ein Foto davon gibt's auch in dem oben erwähten Post) und Katherine Gorge (sehr schöne Schlucht) bis ins Kakadu National Park (einige Bilder vom Sonnenaufgang habe ich Euch hier gezeigt). Muss mich wiederholen: auch hier war es wunderschön!
Zwei Bandidos an den Devils Marbles (einen Hut habe ich mir auch gekauft :-))
Vor dem Sonnenaufgang am Yellow Water Billabong, Kakadu National Park




Von Darwin aus (nicht besichtigt) sind wir nach Perth geflogen. In der Nähe haben wir uns dann Fremantle angeschaut, eine kleine, nette Stadt mit einem tollen Markt und schönen Cafés. Perth ist auch schön, schade, dass das so weit vom Rest des Landes liegt.
Glückwunsch, wenn Ihr bis hier gelesen habt. Ich weiß, das war viel. Aber man kann nicht Australien in einem kurzen Posting mit 5 Fotos zeigen. Und die Ostküste mit dem Reef haben wir dabei gar nicht gesehen...

Ich freue mich schon auf die nächste Reise dorthin, wann auch immer sie sein mag!

Habt Ihr vielleicht auch eine Reise vor? Was nehmt ihr mit in Eurem (virtuellen) Koffer?

Have a good one!

P.S. Die Bilder sind übrigens alle gescannte Dias (wie man an den Rändern erkennen kann), ich hatte noch keine Digitalkamera...

Verlinkt mit Freutag, Eure Urlaubsbilder und WATW / Communal Global.


Für alle, die zum ersten Mal hier sind: Das ist eine Serie über was ich auf eine einsame Insel (oder auf die Weltreise) - außer meiner Familie - mitnehmen würde. Was gefällt mir besonders gut oder was liegt mir am Herzen? Was ist eine schöne Kindheitserinnerung, die ich unbedingt mitnehmen möchte? Oder ein schönes Erlebnis? 

Wenn Ihr wollt, könnt Ihr mitmachen: Was nehmt Ihr mit in Eurem Koffer? Ihr könnt hier gerne Eure Posts verlinken. Bitte dabei beachten, dass das ein aktueller Freitag-Beitrag und KEIN bezahlter Werbepost ist. Bitte mit einem Backlink auf meinem Blog verweisen. Andernfalls behalte ich mir vor, unpassende Beiträge kommentarlos zu löschen. Vielen Dank!

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5 Kommentare

  1. wunderschöne bilder! das macht lust auf Urlaub! wäre auch ein traum von mir! aber träumen kann ich ja schon mal:)
    lg claudia

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  2. Wow... das hört sich nach einer tollen Reise an! Australien steht auf meiner "Reiseziel-Liste" ganz oben, deine wunderschönen Bilder bestärken meinen Wunsch so bald wie möglich hinzufliegen.
    Liebe Grüße, Verena

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  3. Wow! You saw so much. I love the shadow photo, funny. You have been to places I never have.

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  4. I remember my trip to Australia (8 years ago - :(((. ) so many beautiful things to see!!

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  5. Awesome post on Australia.. It is a place I have on my wish list to visit.. And I love your cool shadow shot.. Well done!

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Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich wirklich über jedes Wort und jeden Gedanken und werde versuchen, möglichst viele davon zu beantworten bzw. Deinen Blog zu besuchen, auch wenn ich das nicht immer direkt am gleichen Tag schaffe.

Thank you for your comment! I am realy happy about every of your words and thoughts and will try to respond to as many as possible or to visit your blog, even if I am not always able to do that on the same day.

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