Shibori Kürbisse

Ich hab's nicht so mit Halloween. Und Orange mag ich gar nicht (die Farbe nicht, die Früchte mag ich schon). OK, Kürbisse an sich finde ich aber irgendwie doch nett (es gibt ja auch welche in Weiß) und ich habe fast jedes Jahr für die Kinder mindestens einen Kürbis geschnitzt und vor die Haustür gesetzt, aber das war's auch. Kein Verkleiden, keine Party. Nicht so meins.

Aber ein bisschen Deko kann dennoch sein und sie muss - trotz Halloween - nicht unbedingt schwarz und orange sein, nicht wahr? Es muss ja auch zur Einrichtung passen. Und die ist bei mir in der Küche nun mal blau-weiß.

Also habe ich... blau-weiße Kürbisse gemacht. Am Sonntagabend, auf der Schnelle, nach meiner Rückkehr aus Rumänien. Und weil ich sie abends gebastelt habe, damit sie dann über Nacht trocknen konnten, habe ich leider keine Making-Of Fotos machen können. Aber ich erkläre es Euch, wie das geht - nämlich ganz einfach.
Das sind im Grunde keine gekauften, sondern Pappmaché Kürbisse. Natürlich könnte man hier auch Plastikkürbisse benutzen. 

Das Grundprinzip ist wie bei einer Pappmaché-Laterne, man braucht Luftballons dafür. Diese werden dann nicht zu prall aufgeblasen und zugeknotet. Dann wird am Knoten etwas Bäckergarn (oder eine ähnliche Schnur) gebunden und um den Ballon rundherum etwas straff gezogen, damit die typische Kürbisform entsteht. Das Garn muss man an mehreren Stellen mit etwas Washi Tape o.ä. befestigen, sonst rutscht es vom Ballon weg. So ähnlich wie hier erklärt, das habe ich bei Pinterest entdeckt.
Wenn der Ballon-Kürbis fertig geschnürt ist, wird das Garn wieder oben zugeknotet und nun kommt das Pappmaché ins Spiel. Mit Kleister, Mod Podge, Serviettenkleber (habe ich benutzt) o.ä. und mithilfe eines Pinsels werden 2-3 Lagen dünneres Papier (zuvor als Schnipsel vorbereitet) auf den "Kürbis" geklebt. Alles immer wieder gut mit dem Kleber benetzen. Ich habe keine Zeitung benutzt, weil ich gerade keine da hatte, sondern Seidenpapier (mit einem Punkte-Muster, das ich eh' nicht mochte).

Und nun kommt der schönste Teil. Der Kürbis kann mit der endgültigen Lage Papier - schönes diesmal - beklebt werden. Ich hatte noch einige Reste vom japanischen Kozo (Maulbeerbaum) Papier da, das ich im Frühling mit der Shibori-Technik mit echtem Indigo gefärbt habe. Das Papier war irgendwie zu zerknüllt, um daraus Notizbücher zu machen, aber für Pappmaché eignete es sich doch hervorragend.
Auch das Shibori-Papier habe ich dann in Schnipsel gerissen und, genauso wie das Seidenpapier, als obere Lage auf meine Kürbisse geklebt. Oben drauf kam noch eine letzte Schicht Kleber. Ich finde es schön, wie die Farben des Shibori-Papiers durch den Kleber (der transparent trocknet) noch intensiver geworden sind.

Zum Trocknen habe ich die Kürbisse auf umgekehrte Deckel von Sprühlack-Flaschen darauf gesetzt, damit sie nicht am Tisch klebten.
Als alles trocken war, habe ich den Kürbissen noch Stiele aufgesetzt. Das sind leere Garnrollen aus Pappe, entsprechend mit Schere oder Cutter gekürzt, die ich dann mit etwas Heißkleber um die Ballon-Knoten befestigte. Die Enden der Garnrollen habe ich dann - siehe 3. Foto - etwas eingedrückt (mit den Fingern oder mit der geschlossenen Spitze einer Schere, ein Falzbein würde auch gehen), damit die "Stiele" natürlicher aussehen und dann - mit ordentlich viel Farbe - in Weiß und Blau angemalt.
Und das war's. Keine große Sache. Das Wichtigste ist, den Ballons durchs Schnüren die typische Kürbisform zu geben. Mir ist das nicht besonders gut gelungen, weil ich das auf der Schnelle gemacht habe, aber ein bisschen nach Kürbisse sehen sie doch aus, oder? ;-)
Ich bringe das Ganze zu Creadienstag und sage, falls Ihr das feiert:

Happy Halloween!

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