Lettering

Endlich, endlich, komme ich auch dazu, (Hand)Lettering in Ruhe auszuprobieren. In den vier Jahren meiner Grundschule hatten wir u.a. auch das Fach "Kalligraphie" bzw. "Schön Schreiben" - nicht mit Feder, aber immerhin mit Füller. Ich kann mich zu gut daran erinnern, wie wir zunächst perfekt parallele, gerade oder gekrümmte Linien, Stäbchen und Ovale schreiben mussten, dann ganze Buchstaben und schließlich Wörter und Sätze. Es wurde damals viel Wert darauf gelegt, dass man schön schreibt und es kam leider immer wieder vor, dass ich eine ganze mit Füller geschriebene Seite neu anfangen musste, weil es nicht schön genug war oder ich Fehler gemacht hatte (und Tintenkiller war bei Kalligraphie nich erwünscht). Das war damals natürlich ärgerlich, die Hand tat irgendwann weh, aber heute, im Nachhinein, betrachte ich das als eine sehr gute Sache. Ich fände es sehr lobenswert, wenn in den Schulen hier auch Wert auf Schön Schreiben gelegt wird. Ich kann aber zumindest hoffen, dass trotz der zunehmend digitalen Welt Deutschland nicht den Weg Finnlands wählen und die Handschrift in Schulen abschaffen wird...

Lettering ist nun schon eine Weile ziemlich hype, meine Erfahrungen aus der Schulzeit und Frau Hoelle's Tutorials (Link unten) brachten mich nun endlich dazu, es auch einen Versuch zu geben.

Ich habe verschiedene Stifte und Pinsel ausprobiert und bin zu den folgenden Ergebnissen gekommen:

Zunächst einmal habe ich mit einem Kalligraphie-Stift (eine Feder besitze ich leider noch nicht, dieser Stift war eine günstigere Alternative) das Ganze ausprobiert, die Konturen wurden zunächst mit Bleistift gezogen. Das hier heißt "faux calligraphy", es wird - in Vergleich zu Kalligraphie - nicht mit Feder, sondern mit einem Stift oder Fineliner geschrieben. Die Striche nach unten werden dick, die nach oben dünn gezogen.
Ob diese Variante hier einen Name hat, weiß ich nicht, ich fand aber die Idee, die Städtenamen zu verzieren, recht interessant, auch wenn ich mir das Ergebnis nicht so richtig zusagt.
Handlettering habe ich auch ausprobiert, es geht darum, Buchstaben und Wörter schön anzuordnen und zu verzieren. An der Anordnung muss ich noch arbeiten, ich habe alles schnell aus der Hand, ohne zu messen, geschrieben...
Bei meinem letzten Besuch in Rumänien habe ich in einem Dorfladen einen kleinen Schatz gefunden: diese Wasserfarben gab es auch in meiner Schulzeit und da ich manchmal zu Nostalgie tendiere, habe ich sie sofort gekauft und nun beschlossen, dass ich sie für Brush Lettering benutze.
Brush Lettering wird, wie der Name schon sagt, mit einem Pinsel oder Pinselstift (Brush Pen) geschrieben. Pinselstifte habe ich auch noch nicht, so musste ich Pinsel mit Farbe benutzen:
Es ist nicht ganz das geworden, was ich mir vorgestellt hatte, ich arbeite noch daran, vielleicht versuche ich eine andere Schriftart... Das Lied von John Lennon hat mich übrigens zu dieser Wortwahl inspiriert.

Dann habe ich zwei weitere Pinsel ausprobiert, im zweiten Bild ist der Versuch zu sehen, die japanischen Kanji für "Glück" und "Freundschaft" zu malen. Ich hoffe, dass das da tasächlich auch steht und ich nicht andere Worte oder gar Nonsens fabriziert habe!
Na ja. Könnte besser werden. In Tusche würde das bestimmt schöner aussehen. Aber ich bin mit meinen bisherigen Ergebnissen durchaus zufrieden und stelle fest, dass das eine sehr entspannende Beschäftigung ist. Man muss ruhig arbeiten, entschleunigen... Ich nehme mir das für weitere Nachmittage vor und werde weiter üben. Aber zuerst muss ich mir bessere Stifte besorgen... Schaut auch bei Frau Hoelle vorbei, sie hat das Ganze in diesem und in diesem Post sehr gut erklärt!
Habt einen schönen Dienstag! Bei Anke könnt Ihr weitere kreative Dinge entdecken!

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