IpmK #16 - Reisen mit Kindern (USA, Kalifornien), Teil 3

Heute packe ich zum letzten Mal meinen Koffer für die Reise nach Kalifornien ein. Wie die Reise anfing und es weiterging könnt Ihr im Teil 1 und Teil 2 nachlesen.

Von dem überwältigenden Giant Forest im Sequoia und Kings Canyon National Park wollten wir weiter zum Yosemite National Park. On the road again...
Der Himmel wurde aber immer dunkler, der Wind war auch ziemlich stark - so macht fahren keinen Spaß und vor allem fürchteten wir, dass Tioga Road, auf der wir am nächsten Tag fahren wollten, geschlossen sein würde. Etwas später mehr dazu. Beim strömenden Regen sind wir am Campground direkt außerhalb des Parks angekommen und hatten Glück, dass sie uns einen Platz geben konnten, denn wir waren für den nächsten Tag erst angekündigt - manchmal entscheidet man halt spontan, ob man weiter fährt oder nicht. Eine Ladung Wäsche in die Waschmaschine gegeben, ein warmes Abendessen im Wohnmobil (wenn man was brät muss man unbedingt die Batterie des Rauchmelders heraus nehmen! :-)) und ein Spieleabend, mehr konnten wir bei dem Wetter nicht machen - nur hoffen, dass der nächste Tag besser sein wird.
Und wie er besser war! Die Sonne strahlte, es war herrlich. Ab zum Yosemite Valley! Durch diese für einen riesigen Wohnmobil winzig aussehende Öffnung in der Straße mussten wir durch! Nach der schwierigen Parkplatzsuche (alles viel zu eng und sehr viel los) sind wir zu Fuß zum Bridalveil Fall (Brautschleier Wasserfall) gegangen - von weiter weg sehr schön, von näher dran... gab's nur Wassertropfen auf dem Objektiv.
Wir haben dann den Monolith "El Capitan" (hier oben links im Bild) und bei einem weiteren Spaziergang den "Half Dome" und ein putziges Eichhörnchen bewundert, haben im Yosemite Village leckere Süßkartoffel Pommes gegessen und einige Mitbringsel aus dem Souvenirshop gekauft.
Und weiter ging's. Bei einem kurzen Halt gingen uns die Kinnladen so richtig nach unten, der Ausblick war gigantisch, überwältigend! Wow! Ganz im Hintergrund ist der Bridalveil Fall zu sehen. Neben dem Bild mit uns Vieren auf dem Tioga Pass ist das hier mein Lieblings-Naturbild aus dem ganzen Urlaub.
Wir hatten Glück, Tioga Road bzw. der Tioga Pass war (wieder) geöffnet! Diese Straße führt durch die Sierra Nevada, der Gebirgspass ist 3031 m hoch und der östliche Zugangspunkt zum Yosemite Nationalpark. Wegen der Höhe und der Wetterverhältnisse ist diese Straße meistens zwischen Mai und November geöffnet, man kann täglich im Internet verfolgen, wie die Bedingungen sind und ob die Straße geöffnet ist. Als wir in den USA ankamen war sie offen, zwischendurch aber wieder zu und glücklicherweise an diesem einen Tag erst wieder geöffnet. 
Der Glück hielt aber nicht lange, kurz vor dem Olmsted Point hörten wir bei der Fahrt nur noch einen lauten Krach, wussten aber nicht, wo das her kam und entdeckten erst dann, dass unser linker Spiegel fehlte! Ein Bus auf der Gegenspur fuhr ganz locker über der durchgezogenen Linie und berührte wohl mit seinem Außenspiegel unseren! Er hielt es auch nicht für notwendig, anzuhalten... Wir aber. Schaden begutachtet und dann versuche mal, so ein langes Fahrzeug rückwärts aus dem Parkplatz zu führen, wenn Du nicht in dem Spiegel sehen kannst - mein Mann fuhr also ganz langsam und ich lotste ihn da heraus (ok, es gab eine Rückfahrtkamera, viel hat sie aber nicht geholfen). Im nächsten Ort hieß es in der Werkstatt, so ein Spiegel braucht 2-3 Tage, da anzukommen, wir sollten lieber zusehen, dass wir einen Taschenspiegel kauften und kleben. Und genau das haben wir gemacht: Taschenspiegel und Duct Tape gekauft, geklebt, super! Der Pflicht-Anruf bei der Verleihfirma sparte und den Ärger später, man muss ja jeden Unfall sofort melden. Es gab dann auch keinen Ärger und wir mussten auch nichts zahlen.
All die Orte und Campgrounds dann Richtung Norden sprachen uns nicht an, so dass wir beschlossen, immer weiter zu fahren, bis zum Lake Tahoe. Zwischendurch sahen wir auch Cowboys und wieder diese unendliche Weiten. Bären aber nicht... Am Campground in South Lake Tahoe soll einer in der Nacht gewesen sein, weil irgendwelche schwachsinnige Touristen ihre Reste von Grillen draußen gelassen haben. Wir schliefen aber tief und fest und kriegten nichts mit.
Ein kurzer Abstecher nach Nevada brachte uns am nächsten Tag zu diesem wunderbaren Strand, Sand Harbor. Das hatte ich schon vorher im Reiseführer gesehen und wollte unbedingt hin. Wir wurden nicht getäuscht, es war herrlich. Wir haben mehrere Stunden da am Strand gesessen und entspannt, die Kinder spielten am Ufer (das Wasser war eiskalt), wir haben die Landschaft genossen!
Dann ging es nur weiter zurück nach San Francisco, ca. 300 Km. Je näher wir an die Stadt kamen, je dichter wurde der Verkehr... Die Kinder konnten sich aber weiterhin mit ihren Spielen und Büchern gut beschäftigen, so dass wir nicht all zu oft "Wann sind wir endlich daahaaa...?" gehört haben :-).
Wir kamen noch rechtzeitig in San Francisco an, um zu sehen, wie der allabendliche Nebel langsam aber sicher die Stadt, die Bucht und auch Alcatraz verschlingt, fuhren zu unserem allerersten Campground in Pacifica und mussten leider einpacken, am nächsten Tag ging es schon wieder nach Hause...
Leider, leider! Aber wir freuen uns darauf, wenn es irgendwann einmal wieder "Welcome to California" heißt, denn es war wirklich ein Traumurlaub! Die Kinder haben super mitgemacht (auch den Nachtflug nach Hause überstanden sie ganz gut), es hat ihnen gut gefallen und sie haben auch viel mitgenommen! Es ist also gar nicht schwer, mit (Klein)Kindern so eine große, weite Reise zu machen!
P.S. Danke, dass Ihr bis hier gelesen und ausgehalten habt! Ich werde mich demnächst um kürzere Posts bemühen ;-)! 

Verlinkt bei Skywatch, Freutag, Saturday Show Off und Scenic Weekends.

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