'Tourist in Japan um 1900' - eine Ausstellung

Mittwochs mag Frollein Pfau schöne Sachen, ein Grund mehr für mich, Euch heute Bilder einer Ausstellung zu zeigen, die ich im Oktober - zusammen mit den Kindern (!) - besucht habe. Ein bisschen Kultur und vielleicht eine Idee für Euch für die Winterferien?

Während der Herbstferien waren wir u.a. in Braunschweig und dort fanden wir auf einer Litfaßsäule den Poster für die Ausstellung "Tourist in Japan um 1900" - nichts wie hin, ich bin ja bekanntlich von Japan begeistert, das konntet Ihr bereits hier nachlesen. Meine Große ließ sich auch schnell davon überzeugen, einmal Kulturprogramm statt Spielplatz zu machen. Sie ist neugierig und offen für Neues; der kleine Mann war anfangs eher skeptisch, ging aber auch mit.

Die Ausstellung findet im Städtischen Museum statt und wurde mittlerweile bis Anfang Januar 2015 verlängert. Das bisher eher unbekannte Land Japan faszinierte ab dem 19. Jahrhundert ausländische Reisende immer mehr - das Land hatte sich bekanntlich bis dahin dem Ausland verschlossen. Viele der Ausstellungsstücke sind Fotografien und Souvenirs, die Reisende in jener Zeit erworben haben.

Das Spannendste ist direkt am Eingang zu sehen: eine Samurairüstung von 1847! Das Bild lässt die Details leider nicht gut erkennen (es ist irgendwie immer blöd, durch Glasscheiben zu fotografieren, wir waren auch nur mit der kleinen Kamera unterwegs...), aber eben diese haben uns fasziniert: lackierte Eisenlamellen und Holzelemente werden durch Seidenschnüre verbunden, das Familienwappen ist auf der Brustplatte gezeigt.
Passend dazu gibt es mehrere Samuraihelme sowie -schwerter zu sehen. Während den japanischen Samurai die Qualität der Klingen und des Stahls besonders wichtig war, schienen die westlichen Touristen eher an der Ausschmückung der Schwerter interessiert zu sein. Das ist aber auch sehenswert: einige Schwerthüllen sind aus Rochenhaut hergestellt und besonders die Griffe sind extrem filigran geschmückt worden.
Von den Kriegern zur Mode: einige schöne Kimonos werden in der Ausstellung präsentiert. Ich möchte nicht wissen, wie viele endlose Stunden die Meister an den kostbaren Seidenstickereien gesessen haben...
Nachhaltigkeit schien auch damals eine Rolle zu spielen: die wertvollen Stoffe der nicht mehr tragbaren Kimonos wurden nicht einfach weg geworfen, sondern für andere Gegenstände wie diese Puppen - die als Schmuck auf Schachteln dienten - verwendet.
Wir bleiben beim Thema Seide: die Malereien haben mir besonders angetan - perfekt und fein gearbeitet bis ins letzte Detail.
Es gibt auch diverse Puppen, die - ähnlich wie die meist kolorierten Fotografien - die unterschiedlichen Typen der damaligen japanischen Bevölkerung zeigen.
Ein Extraraum in der Ausstellung ist dem Manga (das heißt einfach "Comics" auf Japanisch) gewidmet. Mir war das bisher jedenfalls unbekannt, dass Mangas keinesfalls eine eher moderne Sache sind, die Vorreiter der Mangas gehen nämlich bis ins Jahr 1100/1200 zurück!
Mein Fazit: es ist eine sehr schöne aber auch lehrreiche Ausstellung, das restliche Museum bietet außerdem viele interessante Exponate wie antique Musikinstrumente und Objekte aus aller Welt, viele davon aus Afrika, Asien und der Südsee.

Vielleicht seid Ihr in der Nähe und könnt das bis Anfang 2015 noch besuchen, es lohnt sich jedenfalls! 

Verlinkt bei Travel Photo Thursday.

Auch interessant / You Might Also Like

8 Kommentare