Rumänischer Quitten-Eintopf

Wenn ich an Herbst in Rumänien denke, denke ich unter anderem an Chrysanthemen und Dahlien, die ich früher an meinem Geburtstag hier bekam, an Gemüse einkochen und Zacusca auch (was Ihr unbedingt ausprobieren solltet), aber auch an Quitten.

In Deutschland habe ich so gut wie nie Quitten gesehen, zumindest in unserem Supermarkt nicht, aber in Rumänien gibt es sie reichlich auf dem Markt und seit einigen Jahren auch in den Bäumen im Garten meiner Eltern, beim Ferienhaus im Süden des Landes.

Sie duften gut! Wir aßen sie zum Teil auch roh, zum Teil als Marmelade (meine Mama macht eine fantastische Marmelade daraus) aber auch als Eintopf. Ja, man kann Eintopf auch mit Obst kochen, nicht nur mit Gemüse! Es ist ungewöhnlich, mit Obst ein Eintopf zu kochen, schmeckt aber richtig gut - und auch das warme Essen duftet dann schön!
Meine Eltern sammelten in diesem Jahr recht viele Quitten und - mein Glück - ich bin dieses Mal im Herbst in Rumänien gewesen (und nicht im Sommer, wie sonst), sodass ich wieder nach so vielen Jahren in den Genuss der Quitten kommen konnte!

Die Mengen könnt Ihr natürlich entsprechend verringern, aber für einen großen Topf Quitten-Eintopf (ich schätze, 6-8 Portionen) braucht Ihr:

- 10-12 Quitten mit 7-8 cm im Durchmesser (wenn sie größer sind, dann entsprechend weniger)
- 600 g mageres Schweinefleisch, klein gewürfelt (kleiner als beim Gulasch)
- 1 Zwiebel (ca. 4-5 cm groß)
- etwas Öl
- 2 Liter Wasser
- 100 g Zucker
- 1 Dose gewürfelte Tomaten
- Salz oder Gemüsebrühe (Pulver)

Quitten gut waschen, sodass der Flaum auf der Schale komplett weg ist. Die Früchte nun in Stücke schneiden und die Mitte entfernen, sie ist sehr holzig.

Die Quittenstücke in etwas Öl von beiden Seiten golden braten und auf Küchenpapier kühlen und abtropfen lassen, sodass möglichst wenig Öl auf den Stücken bleibt.
Fleischstücke scharf braten. Das Ganze geht übrigens auch mit Hähnchenfleisch oder auch fleischlos, aber mit Schweinefleisch ist das schon sehr lecker. Fleischstücke auf Küchenpapier gut abtropfen lassen (wie bei den Quittenstücken).

Zwiebel putzen und klein würfeln, dann in wenig Öl dünsten. 2 Liter Wasser darauf gießen, dann das Fleisch, alles etwas kochen lassen (ohne Deckel). Wenn das Fleisch etwas weicher geworden ist, auch die Quitten dazu geben und weiter ohne Deckel köcheln lassen (manche werden durchaus matchig oder "verschwinden" ganz und verdicken dadurch die Soße). Die Quitten geben dann Pektin aus, das beim natürlichen Verdicken der Soße hilft. Wenn alles gar ist, eine Tomatendose dazu geben und das Essen nach Geschmack salzen (mit Salz oder halt mit Gemüsebrühe in Pulverform).

100 g Zucker in einer kleinen Pfanne oder in einem kleinen Topf karamellisieren lassen und mit ein wenig Wasser ablöschen. Diesen Sirup rührt man dann mit dem restlichen Eintopf zusammen, er versüßt etwas das ganze Essen und wirkt der Säure der Quitten entgegen. Die ganze Soße schmeckt dann ein bisschen süß-sauer und ist richtig lecker! In Rumänien isst man Weißbrot dazu.
Wenn Ihr also wieder auf dem Markt seid, haltet Ausschau nach reifen Quitten und probiert diesen Eintopf aus! Guten Appetit!

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1 Kommentare

  1. Meine verstorbene Schwiegermutter hat immer Quittengelee gekocht und ich habe ihn sehr geliebt. Ansonsten kenne ich Quitten noch als Kompott zur Entenbrust an Weihnachten. Dein Rezept hört sich jedenfalls interessant an.
    Herzlichst Ulla

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