Rezept des Monats Oktober - Zacusca (Rumänischer Gemüseaufstrich)

Ich erinnere mich gut an die Herbstszeit aus meiner Kindheit. Man ging oder fuhr zum Markt, wo es sich Berge von Weißkohl, Gurken oder Tomatenpaprika stapelten - weil alle kauften, um all das für den Winter einzulegen. Wir hatten ein riesiges Fass auf dem Balkon, in dem der Kohl in Salzlake langsam aber sicher sauer wurde - für die traditionellen, feinen Kohlruladen zu Weihnachten. Die Gurken, die grünen (!) Tomaten und die Tomatenpaprika legte man in großen Gläsern ein. Wir hatten immer auch Tomatensaft gekocht, für Suppen und Eintöpfe. Lecker! 

Und noch etwas hatten wir - und nicht nur wir, sondern so gut wie alle - gekocht: Zacuscă (spricht sich "Sakuska" aus, mit "S" wie in "Sahne"). Und zwar Unmengen davon. Bis in diesem Sommer bzw. Herbst habe ich mich, warum auch immer, noch nie an diesem Rezept getraut. Dafür esse ich das SO gerne. Ich habe immer mehrere Gläser Zacuscă (und Marmelade) mit dem Postpaket bekommen oder das bei meinen Besuchen in Rumänien mitgenommen. 

Dieses Jahr wollte ich es aber doch selber ausprobieren - und es ist mir gelungen! ;-) Daher habe ich heute auch das Rezept für Euch (wie bei "Post aus meiner Küche" versprochen)! Aber mit einer klitze-kleinen Änderung: die Rumänen kochen viel, nein VIEL davon. Mein Rezept war für 6 Kilo Auberginen und 6 Kilo Paprika angelegt!!! Ich habe alles entsprechend reduziert! ;-)
Für 6 Gläser (je 230 ml) Zacuscă braucht Ihr:

- 1-1,2 Kg Auberginen
- 1-1,2 Kg Spitzpaprika rot (schmeckt hierfür besser als die "normale" rote Paprika)
- 250 g Zwiebeln
- 250 g Tomatenmark (manche kochen Zacusca mit echten Tomaten, ich finde den Geschmack aber so besser; ich kaufe das mit der "Würzgemüse" drin)
- 100 ml Öl
-  Salz und Pfeffer
- 1 TL Zucker
- 3 Lorbeerblätter

Auberginen und Paprika waschen und wie in diesem und in diesem Rezept grillen bzw. backen und häuten. Auberginenfleisch (nach dem Abtropfen, s. eben erwähntes Rezept) hacken. Gehäutete Paprika von Kernen befreien (ziemlich schwierige Angelegenheit... am besten wäre es wahrscheinlich, die Kerne und den Stiel VOR dem Backen zu entfernen!) und Paprikafilets mit einem Messer hacken (beim Pürieren wird alles zu flüssig).

Zwiebeln schälen und klein schneiden, in Öl dünsten, bis sie weich sind. Gehackte Auberginen und Paprika sowie Tomatenmark dazu geben, mit Salz, Pfeffer und Zucker würzen, Lorbeerblätter zufügen und ca. 10-15 Minuten köcheln, dabei ständig umrühren.

Zacusca noch heiß in sauberen, trockenen Gläsern randvoll einfüllen. Gläser schließen und im Wasserbad ca. 30 Minuten kochen - dann hält die Zacusca länger. Meine Oma hatte die Gläser im Wasserbad noch in Zeitungspapier umgewickelt (warum, weiß ich nicht mehr), aber scheinbar ist das heutige Zeitungspapier anders - ich habe das auch probiert und es hatte sich komplett aufgelöst, das ganze Wasser war eine Sauerei... Also ohne Papier. Herd ausmachen, Gläser im Wasserbad auskühlen lassen, dann trocknen und kühl aufbewahren (im Keller geht's auch, soweit trocken und kühl). Nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahren.
Gegessen wird Zacusca, wie Ihr seht, auf Brot (am liebsten Weißbrot) und zwar kalt, aus dem Kühlschrank. Dann schmeckt's am besten! Vorsicht, Suchtgefahr! Ich könnte so ein kleines Glas auf einmal aufessen (und dann freut sich mein Hüftgold wegen dem vielen Weißbrot ;-))!

Gutes Gelingen und guten Appetit!

P.S. Es gibt viele Varianten dieses Rezeptes, mit Champignons oder anderem Gemüse dazu, aber das ist die traditionelle Sorte und das schmeckt auch am besten! Mir zumindest ;-). Und weil ich das für mich gekocht habe, verlinke ich das Rezept bei RUMS.

Was kocht Ihr traditionell im Herbst (ein)?

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18 Kommentare

  1. Liebe Ioanna,
    danke, dass Du mir von meinen Träumen erzählst!!! Dieses Jahr durfte ich schon die frische extrem leckere Sacusce (so hätte ich das ja geschrieben ;) ) meiner Mama essen. Ein Traum, ich liebe sie. Dabei dachte ich noch, so richtig weiß ich gar nicht wie das geht. Muss nächstes Jahr mal mit kochen...
    Danke Dir!
    Herzliche Grüße,
    Anita

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  2. Liebe Ioanna,

    uih, dass sieht sooo lecker aus, dass ich fast über meinen ersten Nachtsnack nachdenke. Danke für die wunderschöne Erzählung aus deinen Kindheitserinnerungen!

    Liebe Grüße,
    Viktoria

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  3. Ohhh - das sieht aber lecker aus!
    Ich habe zwei polnische Kochbücher die sind auch immer voller Erinnerungen und leckerer Rezepte (http://www.amazon.de/Rosenmarmelade-Sommer-Polen-Rezepte-Geschichten/dp/3836927802/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1443668931&sr=8-1&keywords=rosenmarmelade).
    Dein Rezept erinnert mich daran und ich werde es hoffentlich ausprobieren solange es noch leckeres Gemüse auf dem Markt gibt ;)
    Klingt jedenfalls verführerisch!

    Grüßle,
    Rike

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  4. Mmmmhhhh, sieht das lecker aus! Das muss ich unbedingt mal ausprobieren - und meinen Papa fragen, ob er das auch kennt...
    Tolle Bilder! Danke für's Teilen!
    Liebste Grüße von Martina

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  5. Mmmmmmhhh. Lecker hört sich das an und sieht das vor allem aus! Danke! Ich bin ja nicht so der Einkoch-Typ, aber da könnte ich glatt schwach werden.
    LG. Susanne

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  6. Das Rezept speichere ich mir gleich mal, es hört sich sehr, sehr lekker an. Vielen Dank!
    Gruss me3ko

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  7. Das hört sich megalecker an, sieht aus wie Ayvar, hm, tolle Sache, wird denke ich propiert, danke fürs Teilen.
    Lass es dir schmecken.
    Liebe Grüße,
    Petra

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  8. Boah, das sieht schon sehr lecker aus und ich werde es garantiert nachkochen ... allerdings muss ich mir eine Alternative zum Weißbrot suchen ... ich werde es probieren. Danke für das Rezept.
    LG
    Frau H.

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  9. Das sieht vielleicht lecker aus, das probiere ich auf alle Fälle aus.
    Und eine Sucht, die gesund ist, hat mir ohnehin noch gefehlt ;-))
    Schöne Grüße
    Jutta

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  10. Liebe Ioana,
    Das sieht aber schlimm lecker aus!...ich bin gerad echt traurig, daß ich Paprika nicht essen darf. ....ich denk mal auf einer Alternative herum.
    ...6 Kilo!!! : D
    Deine LiBelle hat immernoch keinen passenden Rahmen. Alle zu schnöde....ich suche weiter :o))
    LiebenGruß von Sandra

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  11. Oh man, das klingt ja super gut. Lieben Dank für dieses tolle Rezept. Ich werde es auf jeden Fall nachkochen. Mnjam!

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  12. Boah klingt das lecker und sieht das lecker aus !! Muss ich unbedingt probieren !
    Danke fürs Rezept !
    LG Bärbel

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  13. Das macht richtig Appetit! Ich glaube so etwas habe ich in Ungarn gegessen und ich liebe es.Also werde ich mich an Dein Rezept machen und es nachkochen .Vielen Dank und ein schönes Wochenende.

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  14. Liebe Ioana,
    endlich finde ich ein Rezept, das genau so aussieht, als müsse es das sein, was mein Papa immer gemacht hat! Leider haben die Gemüse ja noch keine Saison, aber ich werde mir das ausdrucken und im Sommer sofort ausprobieren. Vielen Dank, daß Du das gepostet hast, das macht mich jetzt echt glücklich :)
    Liebe Grüße,
    Mia

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  15. Lecker lecker! Wir machen auch hier in der Türkei (auch in Bulgarien) wie Zacusca. Ich liebe einfach:)

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  16. Hi Ioana,

    im Backofen backen gerade die Auberginen und ich kann es kaum erwarten, meine erste selbst gemachte Zacusca zu probieren. Das erinnert mich genauso wie der Auberginensalat an meine Kindheit. Schon der Duft der backenden Auberginen lässt mich zurück in die Küche meiner Oma in Sf. Gheorghe reisen. DANKE für das Rezept.

    Gruß,
    Tamas

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  17. Hi Ioana,

    im Backofen backen gerade die Auberginen und ich kann es kaum erwarten, meine erste selbst gemachte Zacusca zu probieren. Das erinnert mich genauso wie der Auberginensalat an meine Kindheit. Schon der Duft der backenden Auberginen lässt mich zurück in die Küche meiner Oma in Sf. Gheorghe reisen. DANKE für das Rezept.

    Gruß,
    Tamas

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  18. Das Zeitungspapier (ich nehme für solche Sachen Küchentücher) verhindert das aneinanderschlagen der Gläser beim simmern. Es könnte daabei auch mal eins kaputt gehen. Vielen Dank für das schöne Rezept. Mein Hüftgold freut sich schon.

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