IpmK #15 - Reisen mit Kindern (USA, Kalifornien), Teil 1

SEID IHR DES WAHNSINNS? Das haben uns ziemlich ALLE gesagt, als wir im Frühjahr 2012 verkündeten, wir haben mehr oder weniger spontan eine Wohnmobil-Reise mit den Kindern (damals 6 1/2 und 2 1/4) nach Kalifornien gebucht. Wir wussten nämlich, dass bald ein Hausbau ansteht und wollten - bevor das ganze Geld dann beginnt, in dieses Loch ohne Boden zu fließen - noch einmal eine richtig schöne Weit-weg-Reise zu viert machen.

Heute, Freitag, packe ich also meinen meine ca. 9 Taschen und Koffer und nehme mit: Tickets für 4 nach SAN FRANCISCO - oder: Verreisen mit (Klein)Kindern ist gar nicht so kompliziert! (Dieses Thema werde ich auf 2-3 Artikel aufteilen, es ist einfach zu viel zu erzählen...).

Richtig gelesen: ca. 9 Taschen bzw. 11 Stück Gepäck!!! Dieses bestand genau aus einem Koffer, zwei großen Reisetaschen, zwei Kindertrolleys, einem Reisebett und einer Reisematratze dafür, einem Buggy und als Handgepäck je zwei Kinder- und Erwachsenenrucksäcke.

Aber der Reihe nach. Zweieinhalb Wochen Kalifornien ist nicht viel, mehr stand aber nicht zur Verfügung. Im Sommer wollten wir wegen der Hitze nicht verreisen. Wir haben uns für eine Wohnmobilreise entschieden. Zum Einen, weil wir das aus der Zeit vor den Kindern kannten und zum Anderen, weil wir den Kindern das ständige Hotelwechseln (und uns das ständige Koffer ein- und auspacken) ersparen wollten. 

Ein Wohnmobil war auch schnell ausgesucht. Leider gab es aber genau den ursprünglich ausgesuchten Typen nicht mehr, so dass es - für ein Taschengeld mehr - der 31-footer, also das richtig, richtig lange Teil - über 10 Meter!!! - schicke Wohnmobil inklusive Slide-Out, (einem Teil, das im Stand seitlich ausgefahren werden konnte, so dass man Innen mehr Platz hat) wurde :-). Gebucht!

Gepackt haben wir vor allem Zeug für die Kids: Windeln für den Kleinen (glücklicherweise aber keine Gläschen mehr, aus dem Alter waren wir schon raus), Schnuller, Fläschchen, (viel zu viele) Wechselklamotten (je 1-2 Satz auch extra für den Flug), Spielzeug, Spiele, Bücher... Man hätte natürlich auch VORHER auf die Idee kommen können, dass es günstige Pampers auch in den USA gibt, aber so sind Mamas halt! 

Was wir im Nachhinein sinnvollerweise hätten mitnehmen sollen (Aber wo? Sowieso schon so zu viel Gepäck!) waren die eigenen Kindersitze. In den USA ist es nämlich so, dass Kinder ab 5 nicht mehr in einem Kindersitz Platz nehmen müssen, es reicht eine Sitzerhöhung. Wir haben uns entschieden, die Kindersitze mit dem Wohnmobil zu mieten, was nicht so clever war, denn so toll waren sie nicht! In DER Qualität hätte man sie für das gleiche Geld auch im Walmart kaufen und hoffentlich den nächsten Touristen bei der Wohnmobilabgabe wieder verkaufen können. Im Nachhinein betrachtet: hätten es auch viel weniger Klamotten getan. Dann hätten wir allerdings auch in den Campgrounds viel öfter waschen müssen.

Wir sind bisher recht viel geflogen und es macht uns Spaß. Den Kindern auch. Bedingt durch Großeltern im Ausland und einige Urlaube hat unsere Tochter alleine mittlerweile mehr als 40 Flüge auf dem Buckel. Aber von diesem langen Flug (von München nach Düsseldorf und von da nach San Francisco) war mir so RICHTIG bange! 11 Stunden von DUS nach SFO! Wir hatten Glück, für den Hinflug die "Familienreihe" zu bekommen. Da hat man zwar eine Wand vor sich und sitzt ohne Fenster in der Viererreihe in der Mitte, dafür hat man aber jede Menge Platz vor den Füssen (mein Mann ist groß und nahm das sehr dankbar entgegen), wo die Kids spielen konnten. 

Spezielle Kindermenues konnten wir auch vorbestellen (wir sind mit Air Berlin geflogen). Es gab - meine ich - Minischnitzel, Trinkjoghurt, Milchschnitte, Obst... lecker! Ich hatte richtig Bauchschmerzen, mir war den ganzen Flug lang unwohl... Und was machten unsere Kinder? Leider wenig schlafen (einer 2-3 Stunden am Anfang, die andere 2-3 Stunden am Ende des Flugs) aber dafür 8 Stunden am eigenen Monitor Kinderspiele ausprobieren und Kinderfilme anschauen. Sonst dürften sie sich nie im Leben zuhause so lange mit sowas beschäftigen, aber bei einem Langstreckenflug muss man das halt so akzeptieren und alle sind happy. Vor allem die mitreisenden Kinderlosen. Spielzeug gab's von der Stewardess auch genug. Wir Großen haben so gut wie gar nicht geschlafen...

Zum Piloten nach vorne durften sie zwar leider nicht (DIE Zeiten sind wohl seit 9/11 vorbei), aber dafür bekam unsere Tochter, die in der ersten Schulklasse war und ihr erstes Reisejournal mit dabei hatte, ein Autogramm und schöne Wünsche für die Reise von ihm und der Crew als Eintrag in ihr Journal.

In San Francisco gab's für die erste Nacht ein Hotel in der Nähe des Flughafens, davor noch ein Abendessen in einem netten Restaurant nebenan - der Kleine ist dann am Tisch eingeschlafen, nachdem er den ersten Kontakt mit den riesengroßen amerikanischen Pommes und einige davon intus hatte. Wir waren dank des 9-stündigen Zeitunterschieds dann um 4 Uhr morgens wach... Aus unserer Erfahrung ist es am sinnvollsten, auch mit Kindern, sich direkt dem Tages- und Nacht-Rhythmus im Ausland anzupassen (also sich nicht mitten am Tag hinzulegen, weil man da müde ist), dann ist der Jetlag schnell vorbei. Nach 1-2 Tagen waren wir alle fit!

Und daaann... dann nahmen wir unser Riesenwohnmobil in Empfang und fuhren (groß)einkaufen (da gab's zwar die besagten günstigen Windeln, billige Oreo-Kekse im Megapack und ganz viele leckere Obst- und Gemüsesorten, Grillfleisch, etc., gutes Brot war aber schwer zu finden und dafür auch noch sehr teuer!). 

Für den Trip zur Golden Gate Bridge reichte der Rest des Tages noch. Die erste Herausforderung, auf einem voll besetzten Parkplatz einen 31-footer in eine normale Parklücke hinein und dann wieder hinaus zu fahren, wurde erfolgreich gemeistert (die Fahrt mit einem 10 Meter langen Wohnmobil auf den steilen Straßen San Franciscos ist übrigens nicht unbedingt zu empfehlen!). Geschafft, in jeder Hinsicht! 

Der Campground in Pacifica, südlich der Stadt, war nicht schön, aber, wie der Name schon sagt, mit direktem Blick aufs (trübe, unruhige) Ozean - wir machten die erste Erfahrung, dass San Francisco eine Nebelstadt ist.

Der kleine Mann konnte fürstlich in seinem Reisebett schlafen, Platz dafür mitten im Wohnmobil gab es wegen des Slide-Outs. Die Maus durfte ganz oben in der Koje über dem Fahrersitz schlafen (da gibt's kein "Nicht-aus-dem-Bett-fallen-Gitter" o.ä., ein Erwachsener muss also ggf. am Rand schlafen (Papa hat unter einigem Grummeln den Platz an meiner Seite dafür aufgegeben...). 

Zum ersten Wohnmobilfrühstück gab's Nutellabrote und Milch und dann ab in die Stadt (mit der U-Bahn). Wir haben uns Pier 39 angeschaut, dort lecker gegessen und den damals erst 15-16-jährigen Mädels vom The Honeybee Trio, die da gerade sangen (Swing & Co., sehr gut übrigens), lange zugehört. Wir sind nicht mit der Cable Car gefahren (hatten ja ein Buggy mit), schlenderten aber durch China Town und gingen zu Fuß den Berg hoch (mit dem besagten Buggy!) bis zum Coit Tower und dann auch wieder runter. An dem Tag waren wir wirklich lange, lange auf den Beinen, es war aber auch sehr schön.

Nach einer weiteren Nacht in Pacifica hieß es "ab in den Süden", der Küste entlang, auf dem Highway 1!

Das ist eine extrem schöne aber durchaus schwierige Strecke: Monterey (Fischessen am Pier und Bonbongeschäfte), 17 Mile Drive (DA stehen richtig schöne und extrem teure Villen), Carmel (nettes Städtchen, da war Clint Eastwood mal Bürgermeister), Big Sur (fantastisch!). SEHR lohnenswert, das muss man gesehen haben.
Nächste Übernachtungsstation: Morro Bay. Nicht besonders schön, der Strand ist aber direkt am Campground und der Sonnenuntergang nett anzusehen (wegen des trüben Wetters Fehlanzeige in Pacifica).

Weiter ging es nach Süden Richtung L.A.. In Solvang (wirklich süßes dänisches Städtchen), sind wir in die Konditorei gegangen sind und haben ein bisschen gebummelt. Unbedingt sehenswert! Santa Barbara ist sehr schön. Da haben wir mehrere Stunden verbracht, sind spazieren gewesen und haben lecker Burger & Milchshakes zu Mittag gegessen. In Santa Monica war es dann schwierig, einen für Wohnmobile bezahlbaren Parkplatz zu finden, da waren 31$ (!!!) aufgerufen, worauf wir dankend verzichtet haben.
Außer dem Rodeo Drive mit dem geparkten Bugatti Veyron vor der Haustür (den hat unser Sohn inzwischen zweimal als Spielzeug ;-)), dem Mann's Chinese Theater (da, wo sie die Oscars verleihen) und dem Hollywood-Schild haben wir in L.A. bzw. Hollywood nicht viel gesehen (und das Wenige auch nur aus dem fahrenden Wohnmobil), standen dafür aber ordentlich im Stau. Könnt Ihr Euch vorstellen, 8 (ACHT) Spuren in einer Richtung und das komplett dicht???!!! Wahnsinn! Wechsele dort mal so eben die Spur, wenn Dein Wagen über 10 Meter lang ist!

Anaheim - so unser Tagesziel - ist da, wo die Kinder unbedingt hin wollten. Denn da ist das Disneyland. Dort sind wir am nächsten Tag gewesen, geschlagene 14 Stunden lang! Und dann, halbe Stunde vor dem Parkschluss, war unsere Tochter noch beleidigt, dass wir nicht bis ganz zum Ende geblieben sind! Dafür, dass die Tickets so unverschämt teuer sind, bekommt man aber viel zu sehen und zu erleben und es lohnt sich doch.

Der Sohnemann, damals noch großer Winnie Pooh Fan, wollte sich zwar nicht anstellen, um dem Pooh hallo zu sagen, kam dafür aber dazu, als Tochter und ich endlich an der Reihe waren und wollte den armen Winnie Pooh gar nicht mehr aus der Umarmung los lassen! Wir standen auch 45 Minuten in der Schlange, Tinkerbell und den anderen Feen die Hand zu geben, dafür war die Große aber glücklich. Die schöne Parade haben wir uns zwei Mal angeschaut und dabei leckere Churros gegessen.
Am Ende gab's natürlich auch Feuerwerk - mitunter das schönste, das ich bisher gesehen habe. Man ist selber doch auch irgendwie noch ein Kind, speziell im "Magic Kingdom"... Ah, fast vergaß ich es: Im Winnie Pooh Laden ist unser Sohn direkt auf den größtmöglichen Pooh aus Plüsch zugerannt und wollte nur den einen haben. Das lohnt sich aber, den so eins in riesengroß ist dort deutlich günstiger, als die Kleinstvariante hier in Deutschland. So kamen wir gleich zu zwei weiteren Mitreisenden in unserem Wohnmobil, denn die Große wollte natürlich auch einen ;-). Die Poohs sind am Ende nicht als Handgepäck, sondern irgendwie zusammengequetscht in den Reisetaschen mitgeflogen.
So, das dürfte für heute reichen. Danke, dass Ihr bisher gelesen habt! 

Hier könnt Ihr Teil 2 und Teil 3 lesen / sehen!

Habt ein schönes Wochenende!


Für alle, die zum ersten Mal hier sind: Das ist eine Serie über was ich auf eine einsame Insel (oder auf die Weltreise) - außer meiner Familie - mitnehmen würde. Was gefällt mir besonders gut oder was liegt mir am Herzen? Was ist eine schöne Kindheitserinnerung, die ich unbedingt mitnehmen möchte? Oder ein schönes Erlebnis?

Verlinkt bei Freutag, art.of.66, Skywatch Friday, Scenic Weekends und Saturday Show-Off.

Auch interessant / You Might Also Like

22 Kommentare

  1. Love the photos. You seem to be having a wonderful time.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Yes, we did! Thank you for your comment!

      Löschen
  2. Antworten
    1. Thank you, yes, it was! We are looking forward to the next one, when ever it might be!

      Löschen
  3. uiiiiii, was eine große Reise mit zwei kleinen Kindern und so ein mega Wohnmobil....ich bin gespannt wie es weiter geht mit Deinem Reisebericht.
    Sehr schöne Fotos !
    Als unserer noch so klein war, haben wir uns nur in Europa getummelt, aber mit ebenso viel Gepäck ;-)
    Liebe Grüße
    Nane

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das Gepäck ist so ein Thema, ja. Nächstes Mal nehme ich bestimmt deutlich weniger mit!
      LG Ioana

      Löschen
  4. Lots of interesting scenes from your travels. There seem to be many colourful street parades and love the windmill.

    AntwortenLöschen
  5. Beautiful photography of your travels! Love San Francisco ~ fond memories.

    Happy Weekend,
    artmusedog and carol

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Thank you, we loved that city, too! It's just great!
      Happy weekend, too,
      Ioana

      Löschen
  6. fine adventure. Great images :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Thank you, I appreciate that you like them!

      Löschen
  7. I am extremely impressed along with your writing abilities, Thanks for this great share.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Thank you, I appreciate your visit and comment!

      Löschen
  8. Toller Trip...steht bei uns noch auf der Wunschliste. Und ja, das weiß ich mittlerweile auch - die meisten Sachen einfach vor Ort kaufen...spart Gepäck und ne Menge Schleppkram.
    Viele Grüsse..

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das musst Ihr dann unbedingt machen, den Trip, es war sehr schön! Nächstes Mal werde ich auch weniger mitnehmen ;-)
      LG Ioana

      Löschen
  9. Deine kleine Große und Tinkerbell - so ein schönes Bild! :-)

    AntwortenLöschen
  10. Wow, tolle Reise, ich bin schon gespannt, die nächsten Folgen zu lesen :)
    Ich habe mal in Kalifornien gelebt, bei den Bildern kommen viele Erinnerungen hoch...

    Vielen Dank für Deinen Bericht

    Liebe Grüße von der umstürmten Küste

    Küstenmami

    AntwortenLöschen

Vielen Dank für Deinen Kommentar! Ich freue mich wirklich über jedes Wort und jeden Gedanken und werde versuchen, möglichst viele davon zu beantworten bzw. Deinen Blog zu besuchen, auch wenn ich das nicht immer direkt am gleichen Tag schaffe.

Thank you for your comment! I am realy happy about every of your words and thoughts and will try to respond to as many as possible or to visit your blog, even if I am not always able to do that on the same day.

Archiv

Follow by Email

NEWSLETTER

Creative news, post reviews, projects, giveaways, freebies & shop coupons. Informationen zu den Inhalten, der Protokollierung Deiner Anmeldung, dem Versand über den US-Anbieter MailChimp, der statistischen Auswertung sowie Ihren Abbestellmöglichkeiten, findest Du in meiner Datenschutzerklärung.
Newsletter *